Deutsches Studentenwerk schlägt Alarm: Viele Studierende leiden unter Pandemie

Keine Überraschung: Die psychosoziale Situation vieler Studierender wird zunehmend prekärer. Quelle: picture-alliance-dpa

Geschlossene Lernräume, kaum soziale Kontakte, keine Planungssicherheit und finanzielle Schwierigkeiten – die Gründe sind vielfältig, aber die Folgen offensichtlich: Viele Studierende leiden psychisch unter der Pandemie, so dass insgesamt deren psychosoziale Situation besorgniserregend ist.

Ein Porträtfoto vom DSW-Generalsekretär
Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks Matthias, Anbuhl. Foto: K.Herschelmann

Nicht nur auf Twitter mehren sich besorgte Stimmen, auch das Deutsche Studentenwerk schlägt Alarm. „Die psychosoziale Beratung der Studenten- und Studierendenwerke wird förmlich überrannt, die Wartezeiten werden länger“, sagte der neue Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Matthias Anbuhl (Forschung & Lehre).

Dr. Robert Richter, Ansprechpartner der Psychosozialen Beratung an der Hochschule Fulda, kann diesen Befund aus eigener Praxis bestätigen und ergänzt: „Wenn ich nicht die zehn Wochenstunden, die ich eigentlich in Gruppenangebote stecken sollte, nahezu vollständig in Beratung buttern würde, wäre ich bei deutlich mehr als den vier Wochen Wartezeit, die ich gerade für reguläre Termine habe. Für ganz akute Anliegen habe ich immer noch Zeitfenster eingeplant, die reichen aber eigentlich auch nicht aus.“

Ressourcen aufstocken – Folgen der Pandemie abmildern

Nach Vorschlägen von u.a. Matthias Anbuhl müssten hier Bund und Länder in einem Aktionsprogramm dringend die Ressourcen aufstocken. „Nötig sind bis zu zehn Millionen Euro in den kommenden vier Semestern“, sagte Anbuhl. Er forderte Bund und Länder, dazu auf, solche Themen stärker in der Corona-Krisenpolitik zu berücksichtigen. Das Land Hessen reagierte bereits und verteilt in diesem Wintersemester knapp eine Million Euro zusätzlich an die Hochschulen, um die Folgen der Corona-Pandemie für Studenten abzumildern (FAZ). Laut Matthias Anbuhl litten Studierende insbesondere unter der fehlenden Präsenzlehre. „Vereinsamung, digitale Isolation und depressive Verstimmung sind oftmals die Folge.“ Die unter normalen Umständen wichtigen akademischen Freiräume werden jetzt zur Falle: Es wird viel Selbstorganisation verlangt, für die den Studierenden die Kraft fehlt. Ein Entgegenkommen könnte sein, großzügiger mit Ausnahmeregelungen, Freiversuchen und Fristen umzugehen.

(Quelle: DIE ZEIT – WISSEN DREI )

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