Die perfekte digitale Vorlesung mit dem „magischen Dreieck“

Wurden mit dem Alex-Preis für Digitale Lehre ausgezeichnet: Prof. Dr. Dirk Holtbrügge und Laura Kirste. Foto: Giula Lannicelli/FAU

Auf der Suche nach dem perfekten Online-Format für eine entsprechende Vorlesung hilft das sogenannte „magische Dreieck“: Aufwand-Nutzen-Nachhaltigkeit. Zu diesem magischen Dreieck raten Prof. Dr. Dirk Holtbrügge, Inhaber des Lehrstuhls für Internationales Management an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, und seine wissenschaftliche Mitarbeiterin Laura Kirste.

Prof. Dr. Dirk Holtbrügges und Laura Kirstes Lehrveranstaltung „Managing Intercultural Relations“ wurde von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Alex-Preis für Digitale Lehre ausgezeichnet. Deshalb lohnt sich hier ein Blick auf deren digitale Lehrmethode, die von folgenden Leitlinien flankiert ist:

Aufwand

Am Anfang steht die verfügbare Zeit. Als Wissensträger*innen sind Dozierende der „Bottleneck“. Kann nicht mehr als die reguläre Vorlesungszeit in die Veranstaltung investiert werden, lässt sich diese am besten auf direktem Weg ins digitale Format übertragen. Eine Vor-Ort-Vorlesung von 1,5 Stunden kann recht unverändert in derselben Zeit über Zoom vermittelt werden. Steht mehr Zeit zur Verfügung, sind Experimente mit neuen Formaten häufig ertragreich – Lernmodule, Selbsttests, Sprechstunden oder Foren erhöhen den Lernerfolg der Studierenden.

Nutzen

Wie im realen Leben hängt der Nutzen eines Online-Lehrangebots davon ab, ob verschiedene Lerntypen angesprochen werden. Eine Kombination unterschiedlicher Methoden zur Wissensvermittlung ist ideal, die Lesen (z.B. PDF-Texte), Hören (z.B. ein Podcast mit Gästen), Visualisieren (z.B. interaktive Whiteboards) und Verbalisieren (z.B. Zoom-Diskussionsgruppen) kombinieren. Sozialer Vereinsamung der Lernenden kann durch Interaktion mit anderen ebenfalls erfolgreich entgegengewirkt werden – die erhöht gleichzeitig die Motivation. Die Lehrenden haben stets ihr Augenmerk auf ihre Zielgruppe zu richten: Wer profitiert wovon? Auch sollte nicht unberücksicht bleiben, die Lehr-Inhalte auch für seh- und hörbeeinträchtige Studierende zugänglich zu machen (z.B. über Alt-Text für Grafiken und Transkripte für Videos).

Nachhaltigkeit

Es gibt auch Lehre nach der Pandemie. Deshalb ist es eine gute Idee, die digital abgehaltenen Veranstaltungen möglichst viel auf Live-Formate zu setzen. Mit wenig Aufwand können diese mit interaktiven Elementen aufgewertet werden, z.B. mit Live-Polls. Wenn die Dozent*innen ihre digitalen Lernelemente lange nutzen wollen, lohnt sich die Investition in hochwertige Aufnahmen – dies gilt bei Ton und Bild. Niemand möchte einem verpixelten Lehrenden zusehen, dessen Stimme stundenlang aus dem PC rauscht. Um dies zu verhindern, kann man die Aufnahmen schneiden, Effekte hinzufügen (z.B. mit Camtasia) und sich nicht scheuen, in hochwertiges Equipment zu investieren.

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