Digitales Lernen – Teil III

Universität: Mehr Effizienz durch digitales Lernen
Was hat wohl mehr Lerneffekte? – Lernen aus Büchern oder am Bildschirm? Quelle: wiwo.de

Die in diesen Wochen laufende Beitrags-Serie zum Thema  „Lernen in einer digitalen Welt – Chancen und Hürden im Studium“ umfasst die von dem Lerncoach-Team der Hochschule Ostfalia zusammengetragene 14 Thesen, die nun in Etappen auch in diesem Blog näher erläutert werden. Heute stellen wir die Thesen 5 bis 8 vor: 

These 5: Lernen am Bildschirm ist nicht so wirksam wie Lernen aus Büchern

Stimmt. Tatsächlich finden gelesene Informationen aus Printmedien besser einen Weg in das Gedächtnis als Informationen aus digitalen Quellen. Zwar konnten die entsprechenden Studien dies mit einer unterschiedlichen kognitiven Verarbeitung der Inhalte aus digitalen und nicht-digitalen Medien begründen, doch die genaue Ursache ist noch nicht geklärt. Denn die Probanden konnten sich bei digitalen Texten besser an kleine Details erinnern, doch der größere Zusammenhang des Textes wurde jedoch besser erfasst, wenn er gedruckt vorlag. Warum das so ist, weiß noch kein Mensch.. Allerdings wird angenommen, dass sich Personen bei der Anwendung digitaler Technologien auf das kognitiv weniger Anspruchsvolle (Details) konzentrieren. Grund dafür sei die stetig anwachsende Anforderung von geteilter Aufmerksamkeit und die Informationsüberlastung, wenn digitale Geräte verwendet werden. Für ein tiefgreifendes Verständnis eines Themas, wie es durch das Studium erreicht werden soll, lernt es sich jedoch besser mit Printmedien.

These 6: Digitalisiertes Lernen schafft mehr soziale Gerechtigkeit.

Kritisch. In den 1990er Jahren wurde eine digitale Spaltung entlang sozioökonomischer Grenzen befürchtet, den zu jener Zeit hielten digitale Medien schneller in die Haushalte wirtschaftlich besser gestellter Gruppen Einzug. Mittlerweile aber verfügt die Mehrheit der Haushalte mit jungen Erwachsenen über Internetzugang und zumeist nicht wenigen Endgeräten. Die Befürchtung einer digitalen Spaltung im Sinne fehlender Zugangswege hat sich also nicht bestätigt.. Die Gefahren der Spaltung lauern allerdings in anderen Bereichen, z.B.: Einheitliche Vermittlung von nötigen Medienkompetenzen schon in der Schule, die kostenlose Bereitstellung benötigter Software seitens der Hochschule und ein flächendeckender Breitbandausbau, der z.B. Online-Studierende in ländlichen Gebieten nicht von Live-Stream-Vorlesungen oder Webinaren ausschließt/benachteiligt.

These 7: Digitale Lerninhalte erhöhen die örtliche und zeitliche Flexibilität. 

Stimmt. Die technischen Entwicklungen der vergangenen Jahre sowie das mobile Internet machen örtliche und zeitliche Mobilität möglich. So können prinzipiell alle Studierenden immer und überall auf digitale Lernangebote der Hochschule oder anderer Anbieter zugreifen. Sie sind weder an Uhrzeiten einer Vorlesung oder eines Seminars gebunden, noch müssen sie in überfüllten Zügen oder Bussen zur Hochschule fahren, sondern sparen Zeit. Gerade diese positiven Effekte sind insbesondere für Personen von Vorteil, die neben dem Studium weitere Verpflichtungen wie Job und/oder Familie haben.

These 8: Social Software hat in der Hochschule nichts zu suchen.

Stimmt nicht. Social Software wird an den meisten Hochschulen längst genutzt: Blogs, Wikis und Sharing-Plattformen wie Facebook oder Twitter fällt dabei zuerst ein. Doch StudIP und Moodle sind nur zwei Social Software Systeme, die als Sharing-Plattformen sich in den Hochschulen bereits etabliert haben. Blogs und Microblogs von Studierenden können z.B. eine Basis für Rückmeldungen seitens der Lehrenden sein oder zum Ausbau von Peer-Netzwerken dienen, die besonders in reinen Online-Studiengängen wichtiger werden. Und das sind nur wenige Beispiele, wie Social Software den Hochschulalltag beeinflussen und bereichern kann.

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