Mehr als sieben Millionen Euro für Professor*innen-Nachwuchs

Förderprogramm für professoralen Nachwuchs

Für die Gewinnung und Entwicklung von Professor*innen stehen der Hochschule Fulda in den kommenden sechs Jahren knapp 7,4 Millionen Euro zur Verfügung. Foto: Julian Witteborn/Hochschule Fulda

Den professoralen Nachwuchs zu sichern, ist für Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) eine besondere Herausforderung: Geeignete Kandidat*innen müssen nicht nur wissenschaftlich qualifiziert sein, über Lehrerfahrung verfügen und zugleich Berufserfahrung außerhalb von Hochschulen mitbringen.

In vielen HAW-spezifischen und neu akademisierten Fächern gibt es zudem noch kaum promovierten Nachwuchs. Und im Wettbewerb um die besten Köpfe konkurrieren die Hochschulen mit der freien Wirtschaft. Bundesweit fehlt es daher in vielen Fachdisziplinen an qualifizierten Bewerber*innen für HAW-Professuren.

Im Rahmen einer wettbewerblichen Ausschreibung konnten Hochschulen Konzepte zur Gewinnung von Professor*innen einreichen. Das Fuldaer Konzept konnte die Fachjury ganz offensichtlich überzeugen. Als eine von insgesamt 64 HAWs erhält die Hochschule Fulda nun Mittel, um die Bewerber*innenlage zu verbessern und den Nachwuchs entsprechend weiterzuentwickeln. Aus dem Förderprogramm FH-Personal, das Bund und Länder speziell für HAWs aufgelegt haben, stehen dafür in den kommenden sechs Jahren mehr als sieben Millionen Euro zur Verfügung.

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Strategisch wichtig

„Für die Weiterentwicklung, Zukunftssicherung und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule Fulda ist es entscheidend, Professuren zügig und mit hochqualifizierten Kandidat*innen besetzen zu können“, sagt Präsident Professor Dr. Karim Khakzar. „Das Bund-Länder-Programm FH-Personal ist für die Hochschule Fulda daher von großer strategischer Bedeutung. Es gibt uns die Möglichkeit, die Attraktivität unserer Professuren zu erhöhen und unseren Nachwuchswissenschaftler*innen Karriereperspektiven zu eröffnen.“ 75 Berufungsverfahren stünden in den kommenden fünf Jahren an und müssten erfolgreich und effizient durchgeführt werden. Vor allem in den technischen und neu akademisierten Disziplinen sei die Bewerber*innenlage in Fulda schwierig. Hochspezialisierte Kandidat*innen hätten oftmals keine ausreichende Berufserfahrung, es gebe zu wenige internationale Bewerber*innen und die Berufungsverfahren seien zu aufwendig.

Forschungsstärke, Promotionsrecht, Pionierleistung

Mit einem passgenauen und hochschulweiten Konzept zur Gewinnung und Entwicklung professoralen Personals will die Hochschule Fulda dies nun ändern. „Wir wollen die Stärken der Hochschule Fulda ins Blickfeld rücken und Bewerber*innen damit überzeugen: Dazu zählen unsere Forschungsstärke, das eigenständige Promotionsrecht, unsere Pionierleistung bei der Akademisierung von Gesundheits- und Pflegeberufen, die großen Erfolge bei der Gleichstellungsarbeit und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wie auch unsere sehr gute Vernetzung mit der Praxis und der Region“, betont Khakzar. 

So will die Hochschule Fulda das Programm auch nutzen, um den Anteil von Frauen in den technischen Fachbereichen zu steigern und eine bessere Planbarkeit und mehr Chancengerechtigkeit auf dem Weg zur HAW-Professur zu ermöglichen. Zugleich will sie ihr Profil in Lehre, Forschung und Transfer schärfen. Dafür sollen Schwerpunktprofessuren eingerichtet und gezielt die profilbezogenen Bereiche Gesundheit, Ernährung und Lebensqualität gestärkt werden. Daneben sind zahlreiche weitere Maßnahmen vorgesehen, etwa die Einrichtung zweier Promotionskollegs, um dem Mangel an berufungsfähigen Kandidat*innen in neu akademisierten bzw. HAW-spezifischen Fächern entgegenzuwirken.

Tandem-Programme mit regionalen Partnern

Sogenannte Tandem-Programme mit regionalen Praxispartnern – dazu zählen antonius Netzwerk Mensch und die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) – sollen dabei helfen, dass Wissenschaftler*innen Berufserfahrung außerhalb der Hochschule sammeln können. Auf diese Weise soll die Nachbesetzung mehrerer Professuren im Fachbereich Lebensmitteltechnologie sichergestellt und der Frauenanteil erhöht werden. Um die Professionalisierung der Berufungsverfahren, die Gewinnung und Begleitung internationaler Professor*innen sowie die Förderung des professoralen Nachwuchses soll sich je eine eigens dafür eingerichtete Stelle kümmern. Zudem strebt die Hochschule Fulda an, mit einem Weiterqualifizierungsprogramm in Kooperation mit der Universität Kassel wissenschaftliche Nachwuchskräfte beider Hochschulen strukturiert auf eine HAW-Professur vorzubereiten und zu qualifizieren.

Präsident Professor Dr. Karim Khakzar hat sich in den vergangenen Jahren in seiner Rolle als Sprecher der HAWs/FHs in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und als HRK-Vizepräsident immer wieder für ein Personalgewinnungsprogramm speziell für die HAWs stark gemacht. „Es ist außerordentlich wichtig, den vielen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern den Karriereweg in eine HAW-Professur bekanntzumachen. Viele junge Forschende sind mit dem Hochschultyp HAW nicht oder kaum vertraut“, so Khakzar. „Daher gilt es, über die attraktiven Möglichkeiten an einer HAW bundesweit zu informieren.“ Eine Kampagne aller HAWs/FHs in der HRK unter Federführung der Hochschule Fulda soll daher den Bekanntheitsgrad und die Sichtbarkeit des Karriereweges zur HAW-Professur deutschlandweit erhöhen und die Attraktivität des Berufsbildes steigern.

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