Trotz allem oder: Jetzt erst recht! – Feiern trotz Corona

Weihnachten 2020: Schaffen wir es, neue Traditionen zu erdenken – damit wir im nächsten Jahr wieder gemeinsam feiern können?
Dieses Jahr sind kreative, neu aufzulegende Traditionen gefragt, damit ein gemeinsames Weihnachten 2021 von Angesicht zu Angesicht wieder möglich ist. © Miljko/​Getty Images

Den meisten Menschen ist klar: Um die Liebsten zu schützen, wäre es das Beste, nicht gemeinsam unterm Tannenbaum zu sitzen. Selbst mit besonderen Vorkehrungen wie Quarantäne, kleineren Runden oder auch Schnelltests findet Sars-CoV-2 fiese Schlupflöcher, wenn Menschen aufeinandertreffen. Ebenso verständlich wie unratsam ist es, gerade in diesem sozial-, mobil- und lustfeindlichen Jahr Freunde und Familie sehen zu wollen. Und so werden sich viele trotzdem treffen.

„Auch wenn uns die körperliche Nähe zu Freunden und Familien schmerzlich fehlt, sollten wir zurzeit (außerhalb unseres Haushaltes) davon Abstand nehmen. Zum Selbst- und Fremdschutz ist es im Moment die beste Entscheidung, auf Umarmungen und Begrüßungsküsse zu verzichten. Diese Zeit wird wiederkommen.“ (Isabella Eckerle, Expertin für Sars-CoV-2 und Leiterin des Zentrums für Viruserkrankungen an der Universität Genf)

Was ist also aus wissenschaftlicher Sicht zu bedenken, um das Fest möglichst infektionsarm zu gestalten? Welche Alternativen gibt es zu den üblichen Traditionen? Hier sollen einige Denkanstöße für ein sichereres Fest in Corona-Zeiten weiter gegeben werden. 

Das große Familienessen mit allen – unbedingt f2f („face-to-face“, auf Neudeutsch)?

Je mehr Menschen zusammenkommen, desto größer ist die Infektionswahrscheinlichkeit. das ist so logisch wie den meisten Menschen bekannt. In allen Bundesländern gelten deshalb Kontaktbeschränkungen und eine Obergrenze an Menschen, die zusammenkommen dürfen. In den meisten Bundesländern dürfen sich vom 23. Dezember bis zum 1. Januar zehn Personen aus dem engsten Familien- und Freundeskreis treffen, Kinder unter 14 Jahren sind davon ausgenommen. Über die Weihnachtsfeiertage dürfen über den eigenen Haushalt hinaus bis zu vier Personen hinzukommen, unabhängig von der Anzahl der Hausstände.

„Meine Eltern sind 82 und damit Risikogruppe. Wenn sie das Virus kriegen, werden sie das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben. Deswegen habe ich die Einstellung: Vielleicht feiern wir an Ostern alle zusammen. Das ist natürlich schwierig, denn gerade für ältere Menschen sind solche Feiern ja sehr wertvoll.“ (Dirk Brockmann, Physiker, der für das Robert Koch-Institut die weltweite Ausbreitung des Coronavirus berechnet)

Als Alternative ist vielleicht eine Feier per Video eine Option. Viele Familien legten für die Festtage sehr bewusst einen kleinen und vor allem nicht wechselnden Kreis an Personen fest. Und auch dann ist ganz besondere Vorsicht geboten und nicht vor lauter Gemütlichkeit nachlässig zu werden .

Viele haben sich dieser Tage in freiwillige Quarantäne begeben bzw. alle Kontakte zu anderen Personen vermieden, um das Infektionsrisiko am Fest selbst zu reduzieren. Darüber hinaus haben sich nicht wenige einem Test unterzogen. Das gibt im Falle eines negativen Ergebnisses zwar ein etwas besseres Gefühl, doch in Sicherheit wiegen sollte man sich trotzdem nicht – und schon gar nicht den Versprechungen vor Test-Anbietern aus dem Internet. Ein Test auf das Coronavirus und insbesondere die Schnelltests sind Momentaufnahmen. 

Digitales Weihnachten und seine Voraussetzungen

Soll die Weihnachtsfeier über Internet stattfinden, stellt sich bei der Wahl des Videokonferenzanbieters allem die Frage: Wieviele nehmen teil und wie lang soll die Session dauern? Anbieter wie Zoom brechen in der freien Version bei drei Teilnehmer*innen nach 40 Minuten ab. Danach steht es frei, einfach ein weiteres zu starten. Alternativen wie Skype können eine schlechtere Übertragungsqualität haben. Machbar ist zudem, zusammen zu spielen, zu rätseln, Zaubertricks  oder kleine Konzerte vorzuführen oder per Stream-Party Klassiker zu schauen

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