Offenbar nicht Problem der Hochschule Fulda: Allgemeiner Sanierungsstau an anderen Hochschulen

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Bau- und Sanierungsmaßnahmen sind an der Hochschule Fulda seit Jahren im vollen Gange – und hebt sich dabei offenbar ab von dem vom Wissenschaftsrat festgestellten Sanierungsstau an anderen Hochschulen. Im Bild eine Luftaufnahme der Mühle Heyl, die seit dem Erwerb vergangenes Jahr für Hochschulzwecke umgebaut wird. Foto: Hochschule Fulda / Bildstürmer

Auf bis zu 60 Milliarden Euro könnten sich die Kosten für den Sanierungsstau belaufen, den die Hochschulen in Deutschland „zu verkraften“ haben. Das geht aus einer Expertise des Wissenschaftsrats hervor, die vergangene Woche präsentiert und diskutiert wurde. An der Hochschule Fulda hingegen kann von Sanierungsstau keine Rede sein, im Gegenteil.

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Angesichts der vergangenen Jahre kann sich die Hochschule Fulda ohne Weiteres als emsige*n Bauherr*in betrachten. Ein Beispiel der baulichen Aktivitäten hier die Baumaßnahmen des Neuen Campus aus dem Jahr 2013 im Februar. Archiv-Foto: Hochschule Fulda/Nicole Dietzel

Während an der Hochschule Fulda zahlreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen nicht nur geplant, sondern in Arbeit sind (z.B. Erweiterung der Mensa, ein neues Mehrzweckgebäude mit einem großen Hörsaal (Audimax) sowie weitere Gebäude für Lehrveranstaltungen und Forschung, Transfer, Existenzgründungen, darüber hinaus Grundsanierungen und energetische Modernisierungen denkmalgeschützter Gebäude), warteten laut Wissenschaftsrat viele Gebäude anderer Hochschulen auf ihre Instandsetzung. Im Rahmen seiner Empfehlungen „Probleme und Perspektiven des Hochschulbaus 2030“ von vergangener Woche stellt der Wissenschaftsrat zum anderen die Notwendigkeit zahlreicher Umbaumaßnahmen fest. Flächen, Räume und Ausstattung der Hochschulgebäude müssten modernisiert und „an neuen Anforderungen ausgerichtet“ werden.

Verändernde Anforderungen an Hochschul-Ausstattung

Nach Berichten der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) spricht allerdings der Hamburger Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) bei einer Pressekonferenz mit dem Wissenschaftsrat offen eine weitere Herausforderung aus: Die Hochschule werde sich verändern. Es werde mehr digitale Forschung und Lehre geben, „die die präsenten Raumbedarfe reduzieren“. Dieser Einschätzung widerspricht entschieden der amtierende Kanzler der Universität Köln, Michael Stückradt: Zwar wird die Hochschule nicht wieder so sein wird wie vor der Pandemie, aber nicht weniger Räume gebraucht werden, sondern andere.

Klima- und didaktikgerechte Sanierungen gefragt

So muss die Hochschullehre nach der Pandemie in den Fokus, und sie fordert im Zeitalter der Digitalisierung neue Präsenzformate und neue, zeitgemäße Orte zum Austauschen und Lernen: weniger Hörsäle, mehr Begegnungs- und Rückzugsflächen etwa. Das erfordert ein Investitionsprogramm für die klima- und didaktikgerechte Sanierung und den Ausbau der Hochschulen, die die regierende Ampelkoalition in ihrer Wunschzettel-Liste übrigens wohl ganz bewusst nicht genannt hat. 

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