Bachelor geschafft! – Und jetzt?

Was ist der nächste Schritt nach dem Bachelor-Abschluss? Weiter studieren? Reisen? Oder gleich in den Job? – Die Möglichkeiten sind vielfältig, entscheidend sind die eigenen Interessen, Neigungen, Begabungen. Foto: Adobe Stock/smolaw11-stock.adobe.com

Endlich ist der Bachelor-Abschluss in der Tasche, was Grund genug ist, mächtig stolz auf sich zu sein. Doch nicht wenige Bachelor-Absolventen fragen sich, wie es jetzt weitergehen soll. Erst einmal Chillen? So weit, so entspannt. Und dann? Reisen? Einen Job suchen? Weiter studieren? Vielleicht einen zweiten Bachelor? Oder einen Master draufsetzen? – Bei Letzterem stehen Interessierte wieder einmal vor der Qual der Wahl. Gut 9000 Master-Studiengänge gibt es zur Zeit im Angebot der Hochschullandschaft. Deshalb hier einige Tipps zur Entscheidungshilfe. Und keine Sorge: Man darf dabei auch mal falsch liegen.

Wo einst der Master-Abschluss für angehende Führungskräfte und Wissenschaftler sinnvoll erschien, sollte die Entscheidung für oder gegen einen Master heute je nach Berufswunsch differenzierter ausfallen. Denn während in den Naturwissenschaften der Master als geradezu obligatorisch gilt, reicht der Bachelor etwa im Personalwesen oder Marketing üblicherweise aus. Fakt ist: 82 Prozent der Uni-Bachelor-Absolventen setzen ihr Studium mit einem Master-Studiengang fort. In den Fachhochschulen ist es jede*r Zweite. 

Interessenswechsel: Zweiter Bachelor oder fachfremder Master?

Manche Bachelor-Absolventen haben ihr Interesse an ihre bisher eingeschlagene Fachrichtung verloren oder stellen fest, dass sie mit ihrem Bachelor-Abschluss auf dem Arbeitsmarkt nicht punkten können bzw. haben ihre berufliche Wunschvorstellung in eine andere Fachrichtung ausdifferenziert.  Dann stellt sich die Frage nach einem Fachwechsel.  In diesen (Ausnahme-) Fällen ist ein zweiter Bachelor zu erwägen. Ist dieser zulassungsfrei, gilt die übliche Bewerbung. Handelt es sich um einen zulassungsbeschränkten Bachelor-Studiengang, zählen Bachelor-Absolventen zu den Zweitstudienbewerbern, von denen in der Regel nur drei Prozent einen Platz bekommen. 

In anderen Fällen wäre grundsätzlich ein fachfremder Master möglich, der eben von den beruflichen Wunschvorstellungen abhängt. Wer – wie erwähnt – feststellt, dass er/sie fachlich eine andere Richtung einschlagen möchte als in seinem/ihrem Bachelor-Studiengang, dem/der stehen einige Master-Studiengänge offen, welche für Absolventen verschiedener Fachrichtungen aufgeschlossen sind. Diese setzen dann kein bestimmtes, zuvor studiertes Fach voraus, doch oft sollten andere Qualifikationen vorliegen, etwa Fremdsprachen oder eine konkrete ECTS-Punkte-Zahl z.B in Statistik. Deshalb ist es angebracht, sich bereits im Bachelor-Studiengang zu informieren und die entsprechenden Zusatzkurse zu belegen, welche man später für den Wunsch-Master vorzulegen hat. 

Gap-Year nach dem Bachelor?

„Immer mehr Studierende nutzen die Zeit nach dem Bachelor für einen Auslandsaufenthalt“, beobachtet Regina Pfeifer, Projektkoordinatorin vom Informationsdienst Eurodesk. Eingedenk der Tatsache, dass während des Bachelor-Studiums jede*r zweite Studierende auf ein Auslandssemester verzichtet, aus Sorge, das Studium könne sich noch weiter in die Länge ziehen, bietet eine Ein Gap-Year bietet die Möglichkeit, Auslandserfahrungen zu sammeln, ehe es mit dem Master wieder los geht.

Die Optionen hierfür bieten ein breites Spektrum: Wer seinen/ihren Auslandsaufenthalt mit sozialen Projekten verbinden möchte, der /&die wird bei staatlich geförderten Programmen wie Weltwärts, Kulturweit, der Internationale Jugendfreiwilligendienst oder der Europäische Freiwilligendienst fündig. (Darunter relativ neu: Das Europäische Solidaritätskorps für Leute, die sich zwei bis zwölf Monate lang bei Hilfsprojekten im Ausland engagieren wollen.) Für junge Menschen, die Projekte innerhalb Deutschlands suchen und das 27. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, könnte das Angebot des Bundesfreiwilligendienstes oder ein Freiwilliges Soziales Jahr interessant sein. Auch für Praktika sind oftmals sehr hilfreich auf dem Weg der beruflichen Interessensfindung und Orientierung. beruflich orientieren. Unternehmen wie McKinsey, Otto Group oder Dr. Oetker haben Gap-Year-Varianten in ihren Programmen. In jedem Fall gilt auch hier, möglichst frühzeitig zu planen und aktiv zu werden, denn die Bewerbungsfristen enden oft bis zu einem Jahr im Voraus. 

Nach dem Bachelor direkt in den Job? 

Schließlich sei zu betonen, dass Bachelor-Absolvent*innen bereits einen wertvollen Abschluss in der Hand haben, mit dem sie branchenabhängig direkt in den Job bzw. Berufseinsteiger*innen-Programme (z.B. Voluntariat in den Medien, Traineeprogramme in Industrie) einsteigen können. und außerdem kommt es oft auf den Abschluss allein nicht an. Absolvent*innen mit Bachelor nehmen oft an den gleichen Programmen teil wie die mit Masterabschluss.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.