Deutschland baut „Wissenschaftsbrücken“ für geflüchtete Studierende und Forschende

Sogenannte „Wissenschaftsbrücken“ für geflüchtete ukrainische Studierende und Forschende sind von der Kultusminsterkonferenz beschlossen worden. Sie sollen schnell und unbürokratisch auf den Weg gebracht werden. Foto: Wahl

Während der Krieg in der Ukraine unvermindert weitergeht und die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort zerstört, errichten Bund und Länder nun eine „Wissenschaftsbrücke“ für Studierende und Forschende.

Wie die Kultusministerkonferenz erklärte, ist eine zentrale Task Force geplant. Der DAAD soll eine Plattform einrichten, auf der Unterstützungsangebote für Studierende und Forschende gesammelt werden, egal ob sie von den Ländern, dem Bund, den Wissenschaftsorganisationen, den Hochschulen, von Studierendenwerken oder Stiftungen kommen. Das Ziel: Geflüchtete sollen alle Möglichkeiten kennen, die sie haben, um ihre wissenschaftliche Arbeit oder ihr Studium in Deutschland fortzuführen.

Informationen über Hilfsangebote organisiert

Auf internationaler Ebene hat sich bereits eine Bottum-up-Initiative gebildet, die Informationen über Hilfsangebote für Studierende und Forschende wie bezahlte Gastaufenthalte und Stipendien sammelt und im Internet verbreitet. Hinter #ScienceforUkraine stehen unter anderem Vertreter der Universität Lettlands, der Universität Leiden oder der Polnischen Akademie der Wissenschaft. Das Deutsche Studentenwerk hatte im Vorfeld der KMK-Sitzung gefordert, geflüchtete Studierende „unbürokratisch“ ins BAföG aufzunehmen und ein Unterstützungsprogramm für Hochschulen angeregt. Vielerorts würden bereits Notfallfonds genutzt, Mieten gestundet, in der Mensa kostenloses Essen angeboten oder Sondersprechstunden für ukrainische Studierende eingerichtet.

Kein Platz für Anfeindungen

„Das ist gut und hilft. Wir brauchen jetzt aber einen raschen Ausbau der Hilfen“, erklärte DSW-Generalsekretär Matthias Anbuhl (Forschung und Lehre). Angesichts des Kriegs ermahnten die HRK und der DAAD ihre Mitgliedshochschulen zu Toleranz und Weltoffenheit. Diesen gemeinsamen Appell unterstrich am Freitag auch KMK-Präsidentin Karin Prien: „Wir müssen vermeiden, dass die Konflikte ihre Fortsetzung in Deutschland finden“, erklärte die CDU-Politikerin während der KMK-Pressekonferenz, „Anfeindungen haben an Hochschulen keinen Platz“.

(Quelle: DIE ZEIT – Wissen3)

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