Folge 4: Generation Z – Wie ticken unsere Jugendlichen?

Studium-Interessen, Hochschule Fulda
Angesichts der Vielfalt heutiger Studiengänge gestaltet sich die Wahl des Studiums für Generation Z als nicht einfach. Foto: Wahl

In der vierten Folge unserer Reihe werden die Studieninteressen der Generation Z unter die Lupe genommen. Hierfür bieten sich Daten an, die aus dem Studium-Interessentest (SIT) von ZEIT ONLINE hervorgehen. Wissenschaftler*innen des Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) Hannover haben 20.000 Profile von zumeist 19-jährigen Teilnehmer*innen des SIT ausgewertet. Daraus zeichnen sich u.a. nicht nur der klare Wunsch nach mehr Sicherheit im Beruf ab, sondern (erstaunlicherweise?) traditionelle Genderklischees bei der bevorzugten Wahl des Studiums.

Während z.B. 16,8 Prozent der Männer später in einem technisch-forschenden Beruf arbeiten wollen, können sich das nur 2,7 Prozent der Frauen vorstellen. Und so interessieren sich doppelt so viele Frauen als Männer für pädagogische Bereiche bzw. Arbeit mit Menschen. In manchen Berufsfeldern steigt die Diskrepanz zwischen den traditionellen Geschlechterrollen sogar. Das Interesse an technischen Tätigkeiten ist bei beiden Geschlechtern gestiegen, doch bei den Männern nach wie vor stärker als bei den Frauen. Eine gewisse Pattsituation ergibt sich nur im Managementwesen. Hierfür interessieren sich beide Geschlechter inzwischen gleichermaßen.

Sicherheitsbedürfnis versus Unklarheit im Gemenge der Studiengänge

Insgesamt tendiert die Präferenz in Richtung organisierende Jobs, etwa im administrativen Bereich, doch angesichts der Flut von Studiengängen fällt es schwer zu ermitteln, welcher Studiengang für ihre Berufsvorstellung der Geeignete sein könnte. So schwanken Studieninteressierte nicht selten zwischen mehreren Fachrichtungen, ohne recht entscheiden zu können, welcher davon ihren Interessen tatsächlich entsprechen könnte.

Im Gegensatz zur Vorgängergeneration, der sogenannten Generation Y, die vergleichsweise sorglos durchs Leben ging, sehnt sich Generation Z vor allem nach Sicherheit. Aufgewachsen in einer Zeit der Globalisierung, Dynamisierung und Umbrüchen braucht Generation Z Stabilität für das eigene Umfeld. Unbestimmt „was mit Medien“ oder „was Kreatives“ anzudenken, scheint nicht mehr so ganz ins Denkschema heutiger Jugendlicher zu passen. Ihnen steht es nach Konkreterem. Und dieses finden sie nicht unter den mannigfaltig und oft kryptisch titulierten Studiengängen mit schwer verstehbaren Inhalten und deren Praxistauglichkeiten. Statt Sicherheit baut sich dadurch Unklarheit auf.

So gilt es sicher in Zukunft für die Hochschulen, an einer klareren Kommunikation zu arbeiten, was sich genau hinter den Studiengängen verbirgt.

Und wir arbeiten daran.

 

 

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