Förderung von Frauen in der Wissenschaft – Hochschule Fulda vorn!

Gleichstellung, Hochschule Fulda
Die Zielvereinbarungen des Hessischen Ministeriums mit den hessischen Hochschulen kommen der Frauen- und Familienförderung oder der finanziellen Unterstützung durch Studienstrukturprogrammme zugute. Bild: Fotolia/Hochschule Fulda

Anlässlich des „Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft“ vergangene Woche zog die Hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn-Rancke (Bündnis 90/ DIE GRÜNEN) eine insgesamt positive Zwischenbilanz: So sehr die Förderung von Frauen in der Wissenschaft auf einem guten Weg sei, gäbe es doch weiterhin dringenden Verbesserungsbedarf bezüglich der weiblichen Repräsentanz in Wissenschaft und Forschung. Im Rahmen der bereits laufenden Aktivitäten ist übrigens die Hochschule Fulda besonders hervorzuheben, die 2018 als eine von zehn der bundesweit besten Hochschulen mit dem Prädikat „Gleichstellung Ausgezeichnet!“ gewürdigt wurde.

Gleichstellung, Hochschule Fulda
Birgit Hohmann, Leiterin des Gleichstellungsbüros und aktuelle Frauenbeauftragte, hilft mit ihrem Team an der Hochschule Fulda bei der Gleichstellung & Förderung von Frauen im Wissenschaftsbereich. Foto: Dietzel/Hochschule Fulda

Darüber hinaus wurde im Rahmen eines Begutachtungsverfahrens das  Konzept unserer Hochschule zur Personalgewinnung und -entwicklung auf dem Weg zu Professur als „hervorragend“ eingestuft. Mit dieser Auszeichnung geht die Förderung einer vierten Professorin einher sowie die Beantragung der Fördersumme  von bis zu 660.000 Euro pro Jahr. Letztere gehören zu den jüngsten Erfolgsmeldungen der Hochschule Fulda, die übrigens just vergangene Woche das 30-jährige Jubiläum ihrer Gleichstellungsarbeit feierlich gewürdigt hat.

Für die vielfältigen Bestrebungen für eine Gleichstellungs- und Frauenförderpolitik nicht nur seitens der fuldischen Hochschule, sondern aller hessischen Hochschulen bedankte sich die Wissenschaftsministerin Dorn-Rancke ausdrücklich und sicherte ihnen weiterhin die Unterstützung des Landes Hessen zu. Denn nach wie vor verlassen überdurchschnittlich viele Frauen spätestens nach der Promotion den Wissenschaftsbereich, obwohl  mittlerweile die Hälfte aller Hochschulabsolventen weiblich ist. Auch ist heute immerhin jede vierte Professorenstelle von einer Frau besetzt, während es vor 15 Jahren jede siebte war. Doch da ist noch Luft nach oben.

Plenargebäude, Wiesbaden
Schauplatz mitunter hitziger Debatten und wichtiger Entscheidungen – auch für die hessischen Hochschulen: das Plenargebäude des Hessischen Landtages in Wiesbaden. Foto: Hessischer Landtag – H. Heibel

Entsprechend sehen die nächsten Zielvereinbarungen des Landes Hessen mit seinen Hochschulen einen Maßnahmenkatalog vor, der zum einen die Zahlen fachspezifisch erhöhen, zum anderen einen Best-Practice-Austausch zwischen den Hochschulen anstoßen soll.

Vielfältige finanzielle Anreize und Förderprogramme zur Erhöhung des Frauenanteils in der Wissenschaft

Erfolg verspricht sich die Ministerin Angela Dorn-Rancke u.a. in der Schaffung finanzieller Anreize z.B. für Absolventinnen oder Doktorandinnen in MINT-Fächern oder für die Berufung von Frauen, für die Frauen- und Familienförderung oder für Studienstrukturprogramme.

Frauenförderung, Hochschule Fulda
Die Hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn-Rancke arbeitet mit den Hochschulen eng zusammen. Foto: Hessischer Landtag – Kanzlei

Aber auch Studentinnen und weibliche Nachwuchsführungskräfte hilft das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziell unter die Arme – nämlich mit dem effektiven und bundesweit einmaligen Mentoring-Programm für junge Frauen, welche hierbei unter Beteiligung namhafter Unternehmen sowie des Ministeriums von berufserfahrenen Frauen an den Schnittstellen zwischen Studium, Promotion und Beruf bei ihrer beruflichen Orientierung und Karriereplanung betreut werden.

Als weiteren Erfolg ist das Professorinnenprogramm zu verzeichnen, für das der Bund und das Land Hessen seit 2008 rund 8,1 Millionen Euro an Fördermitteln an Hochschulen vergeben hat, die damit mehr Professorinnen berufen sowie  gleichzeitig auch strukturelle Gleichstellungswirkungen verstärken sollen. In diesem Zeitraum wurden mit diesen Mitteln beispielsweise insgesamt 43 mit Frauen besetzte Professuren gefördert.

Fördergelder effizient durch stetigen Strukturwandel

Doch Geld allein reicht nicht, denn es muss auch an den Strukturen gearbeitet werden wie etwa an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Maßnahmen für Doppelkarrieren, die von immer mehr Hochschulen in Form eines Dual Career-Service angeboten werden, richten sich v.a. an (neu berufene) Professor*innen und Führungskräfte nebst deren Familien. Das Angebot umfasst zum Beispiel Unterstützung bei der Stellensuche des/der Partner*in oder Beratung bei Kinderbetreuung, Schule und Wohnungssuche.

Die Herausforderungen der Zukunft in diesem Sinne fasst Wissenschaftsministerin Angela Dorn wie folgt zusammen:

„Ebenso wie in anderen Bereichen ist es auch an den Hochschulen wichtig, über beispielsweise flexible Arbeitszeiten und -orte, Ferienbetreuung oder Eltern-Kind-Räume die Bedingungen für Studierende oder Berufstätige zu verbessern. Auch Pflegezeiten sind in den Hochschulstrukturen verankert und berücksichtigen eine weitere wichtige gesellschaftliche Herausforderung. Nur durch ein gemeinsames Agieren und durch eine kontinuierliche Verfolgung des eingeschlagenen Wegs kann der Anteil von Frauen in der Wissenschaft erhöht werden.“

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