28 Jahren Deutsche Einheit: Ost-West-Wanderung Studierender relativiert sich

Seit der Deutschen Einheit vor nunmehr 28 Jahren hat die Hochschule Fulda konstant eine Steigerung ihrer Studierendenzahlen zu verzeichnen. Mittlerweile ist der Zuwachs jedoch nicht mehr u.a. der Zuwanderung aus den sogenannten Neuen Bundesländern zuzuordnen, wie es in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung zu erwarten war. Die Zu- und Abwanderungen von Studienanfänger*innen sowie von Studierenden zwischen Ost und West haben sich mittlerweile relativert. Und das ist auch gut so.

Studienanfänger*innen: Wanderung in Zahlen

Denn ingesamt gemessen im Erhebungszeitraum von 2006 bis 2016 des Statistischen Bundesamtes hält sich der sogenannte Wanderungssaldo der Studienanfänger*innen in Hessen – wie in den meisten anderen Bundesländern auch –  mehr oder minder konstant. Während allerdings die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg stets Wanderungsgewinne aufwiesen, hatten demgegenüber Brandenburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und das Saarland in demselben Zeitraum regelmäßig Wanderungsverluste zu verzeichnen. Alle anderen Bundesländer wechselten über die Jahre hinweg teils mehrfach zwischen positiven und negativen Wanderungssalden.

Studierende: Wanderung in Zahlen

Ähnlich verhält es sich bei den Wanderungssalden der Studierenden: Über den gesamten Zeitraum von 2006 bis 2016 waren nur wieder die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg sowie die Flächenländer Nordrhein-Westfalen und Sachsen die Gewinner unter den Wanderbewegungen. Und Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, das Saarland und Schleswig-Holstein mussten in diesem Zeitraum dagegen durchgehend Wanderungsverluste hinnehmen. Auch hier waren be den restlichen Bundesländern über die Jahre hinweg ein ständiger Wechsel zwischen positiven und negativen Wanderungssalden zu verzeichnen. Für den Erhebungszeitraum 2016/2017 holten jedoch ostdeutsche Bundesländer auf: So erzielten Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und erstmalig Thüringen ihre bisher größten Wanderungsgewinne.

Exkurs: Was ist ein Wanderungssaldo?

Der Wanderungssaldo bringt das Mengenverhältnis zwischen zu- und abwandernden Studienanfängerinnen und Studienanfängern in den Bundesländern zum Ausdruck. […] Beim Wanderungssaldo werden nur Personen berücksichtigt, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben. Der Wanderungssaldo fällt für ein bestimmtes Bundesland positiv bzw. negativ aus, wenn die Zahl der zugewanderten Studienanfänger*innen bzw. Studierenden, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in einem der anderen Bundesländer erworbenen haben, größer bzw. kleiner ist als die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im betreffenden Bundesland erworben haben, aber zur Aufnahme des Studiums in ein anderes Bundesland abgewandert sind.
(Quelle: Statistische Bundesamt: Hochschulen auf einen Blick. S. 36ff.)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.