Sorge um ein gutes Klima: lauwarme Ergebnisse nach Konferenz

Weltklimakonferenz, Hochschule Fulda
Welten prallen aufeinander: Politiker*innen und Umweltschützer*innen auf der Weltklimakonferenz in Madrid. Foto: Christina Quicley/AFP/Getty Images

Die Weltklimakonferenz in Madrid, die vergangene Woche nach langen Verhandlungen ihren Abschluss fand, hätte in die Geschichte eingehen können. Es galt, den Kampf gegen die Erderwärmung im Sinne des historischen Pariser Abkommens aus dem Jahr 2015 auf internationaler Ebene voranzubringen, die noch ausstehenden Regeln zur Umsetzung zu beschließen und die Weichen zu stellen, damit die Staaten der Welt für 2020 ehrgeizigere Klimaziele vorlegen können. Stattdessen wurden Kernpunkte vertagt und in wenig verbindliche Empfehlungen formuliert. Die Beschlüsse fielen eher lau aus.

Zum Ende der Weltklimakonferenz in Madrid merkte man den Deligierten ihre Müdigkeit an, denn auch ihre Beschlüsse kamen eher als müder Kompromiss daher. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:

Klimaschutz: Zeitlupentempo trotz wachsender Dringlichkeit

Erst in über zehn Jahren sollen die Mitgliedsstaaten des Pariser Klimaabkommens ihre neuen nationalen Klimaschutzpläne für 2030 vorlegen. Zugesagt haben sie dies bereits 2015. Doch besteht noch eine beträchtliche Lücke zwischen den Zusagen und der Dringlichkeit bezüglich des CO2-Sparens. Immerhin steht das Ziel im Raum, die Erderwärmung auf unter zwei bzw. 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Viele Industriestaaten hinken ihren Zielen hinterher

Schon weit vor dem Pariser Abkommen hatten sich die Industriestaaten Ziele für den Klimaschutz gesetzt. Auch die finanzielle Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern stand auf der Agenda. Die Ziele wurden von nicht allen erreicht, auch von Deutschland nicht, verfehlte es sein 2020-Ziel bei den CO2-Emissisonen bei weitem. Nun soll in einem „Arbeitsprogramm“ noch einmal aufgerollt werden, inwieweit die Industriestaaten gute Vorbilder für jene Staaten waren, die sich erst in der Entwicklung ihrer Wirtschaft befinden.

 

Waldbrand, Hochschule Fulda
Folgen der Erderwärmung: Blick auf einen Waldbrand in Australien. Foto: Saeed Khan/AFP/Getty Images

Dauerthema Schäden und Verluste

Stürme, Dürren, Starkregen, steigender Meeresspiegel als Folgen des Klimawandels treffen gerade die ärmeren Länder. Wieder wurde darüber gesprochen, doch abschließend mit relativ vagen Ergebnissen. Weiterhin gesprochen wurde über mögliche Geldtöpfe für Schadenersatz und über die Gesamtsumme, die pro Jahr für „Klimafinanzierung“ bereit stehen soll. Mit öffentlichen und privaten Geldern will man auf 100 Milliarden Dollar pro Jahr kommen.

 

Solaranlage Marokko, Hochschule Fulda
Industriestaaten können ihre CO2-Bilanz global verbessern – hier beispielsweise durch den Bau einer Solaranlage in Marokko. Foto: Fadel Senna/Getty Images

Keine Ergebnisse beim Handel mit Klimaschutz-Gutschriften

Keinen Kompromiss fanden die Staaten, wie der Handel mit Klimaschutz-Gutschriften auszusehen hat, der auf globaler Ebene insgesamt zu weniger Emissionen führen soll. Das heißt: Über Marktmechanismen können Staaten einen Teil ihrer CO2-Einsparungen im Ausland „einkaufen“. Umgekehrt ist es möglich, dass Länder, welchen es gelungen ist, über ihre Ziele schon hinausgeschossen zu sein, Gutschriften andere, den Zielen hinterherhinkende Länder zu verkaufen. Über die dafür notwendigen strengen Regeln  (Wer darf sich was anrechenen? Wer darf mit was handeln?) wurden sich die Staaten jedoch nicht einig. Die Verhandlungen wurden also auf das kommende Jahr vertagt.

„Wohl nie war die Kluft zwischen dem, was Klimaschützer wissenschaftlich fundiert fordern, und dem, was ein UN-Klimagipfel überhaupt zu leisten vermag, so groß. „

(ZEIT-Korrespondentin Alexandra Endres, Madrid)

Dennoch und gerade dann: „Aufgeben ist keine Option.“

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