Mehr Durchlässigkeit beim Studienzugang für Beruflich Qualifizierte ohne Abitur

Beruflich Qualifizierte, Hochschule Fulda
Beim Jour Fixe, dem regelmäßigen Treffen der Studienkoordinator*innen (StuKo’s) und ZSB-Mitarbeiter Tim Feldermann zum gegenseitigen Informieren und Austausch, geht es diesmal um Hochschulzugänge für Beruflich Qualifizierte. Foto: Wahl

Regelmäßig treffen sich Studienberater Tim Feldermann und die Studiengangskoordinator*innen aller Fachbereiche zu einem Jour-Fixe, an dem aktuelle Themen oder aufkommende Fragen vis a`vis besprochen werden – ein direkter Austausch, der sich bereits seit vielen Jahren sehr bewährt hat. Diesmal stand die Personengruppe der beruflich Qualifizierten (kurz: BQ) ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung im Vordergrund, vielmehr Informationen über die neuen Entwicklungen ihrer dem Abitur alternativen Hochschulzugangsberechtigungen (kurz: HZB).

„BQ-Experte“ und Ansprechpartner Tim Feldermann gab einen kurzen Überblick über die Geltungsbestimmungen zur Erlangung einer Hochschulzugangsberechtigung, die  im Laufe der vergangenen Jahre wesentliche Erweiterungen erfuhren. Damit einher geht die wachsende Bandbreite der dafür möglichen Schulabschlüsse, Ausbildungswege und Berufserfahrungen als Anerkennungsfaktoren für die Berechtigung eines Hochschulzugangs.

Hessenweiter Modellversuch erweitert Zugänge zur Hochschule

Schon länger sind Aufstiegsfortbildungen wie Meister*in, Techniker*in, staatlich anerkannte Erzieher*in der allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung (ugs.: Abitur) gleichgestellt. Dies gilt ebenso für die fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung, die ohne entsprechenden Schulabschluss (ugs. Fachabitur) alternativ eine zweijährige Berufsausbildung, eine zweijährige Berufserfahrung sowie eine erfolgreich abgeschlossene Hochschulzugangsprüfung voraussetzt.

Seit 2015 haben sich die Zugangsmöglichkeiten um die Personengruppe erweitert, die mit mittleren Schulabschluss sowie drei Jahren Berufsausbildung (Abschlussnote 2,5 oder besser) wiederum die Fachhochschulreife und damit den (nicht fachgebundenen) Zugang zu Hochschulen erlangen können. Diese Öffnung wird im Rahmen eines hessenweiten Modellversuchs mit begleiteter Evaluation durchgeführt.

Mit mittlerer Reife, dreijähriger Berufsausbildung und Studienvereinbarung zur Fachhochschulreife

Demnach kann sich grundsätzlich jede*r aus diesem Personenkreis – nach eingehender Beratung an der Zentralen Studienberatung (ZSB) – an der Hochschule bewerben. Mit dem Studienbüro (StB) wird eine Studienvereinbarung getroffen, die zum einen die verbindliche Teilnahme an der hessenweiten Evaluation sowie bestimmte Leistungen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens einfordert. Sollte der/die Betreffende z.B. im ersten Semester  18 CTPS bzw. nach Ablauf des 2. Semesters 30 CTPS  nicht erreichen, wird auf Veranlassung des Studienbüros (StB) wiederum eine Beratung (ZSB) veranlasst, um die Studienvereinbarung ggfs. an die individuelle Lebenssituation oder prinzipiell überwindbaren Schwierigkeiten anzupassen. Klar soweit?

Beruflich Qualifizierte, Hochschule Fulda
Tim Feldermann, Ansprechpartner für Beruflich Qualifizierte ohne Abitur, informiert seine Kolleg*ínnen über den neuesten Stand der Hochschulzugangberechtigungen (HZB). Foto: Wahl

„Diesen Fall hatten wir allerdings noch nicht„, berichtet Tim Feldermann aus der Praxis. Außerdem soll mit diesem System niemand drangsaliert werden, sondern im Gegenteil „wollen wir die Betreffenden nicht im luftleeren Raum lassen, sondern ihnen Hilfe und Unterstüztung anbieten. Deshalb werden in dem Modell auch  parallel tatsächliche Bedarfe, mögliche Schwierigkeiten und Verbesserungsmöglichkeiten evaluiert.“

Sollte dieser Versuch bis zu seinem vorläufigen Abschluss 2021 von Erfolg gekrönt sein, liegt der erklärte politische Wille vor, diese relativ neue Praxis weiter fortzusetzen.

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