Aktuelle Stunde: Land Hessen setzt sich für mehr Chancengleichheit beim BAföG ein

BAföG, Hochschule Fulda
Die Hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn und das Land Hessen haken beim derzeitigen Entwurf der BAföG-Novelle der Bundesregierung nach und stellen einen Antrag auf Erweiterungen. Quelle: wissenschaft.hessen.de

„BAföG weiter verbessern für mehr Chancengleichheit – Orientierungsstudium in Hessen erleichtern, besondere Lebenssituationen stärker berücksichtigen.“ Nach diesem Motto debattierten die Hessischen Landtagsabgeordneten vergangenen Donnerstag im Rahmen ihrer „Aktuellen Stunde“ in Wiesbaden. In ihrer Rede wies Wissenschaftsministerin Angela Dorn auf den großen Verbesserungsbedarf beim Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) hin. Auch der derzeitige Entwurf (Link) der Bundesregierung für eine BAföG-Novelle griffe teilweise zu kurz. „Deshalb haben wir uns im Bundesrat für weitere Verbesserungen eingesetzt,“ so die Wissenschaftsministerin.

„Gute Bildung und Ausbildung sollen nicht vom eigenen Geldbeutel oder dem der Eltern abhängen“, so Dorn weiter. „Damit das BAföG auch in Zukunft Bildungsgerechtigkeit garantiert und Erfolgsgeschichten schreibt, muss es regelmäßig weiterentwickelt werden.“

BAföG, Hochschule Fulda
Leere Bildungsräume wegen Geldmangel? – Der Studienzugang soll Interessierten nicht aus finanziellen Gründen verwehrt sein, dafür sorgt u.a. ein zeitgemäß angepasstes BAföG. Foto: Hochschule Fulda/Michael Steffen

Hessen bundesweit vorn mit Modellversuchen an Orientierungsstudiengängen

Nach den hessischen Bestrebungen soll die Unterstützung durch BAföG nun für Orientierungsstudiengänge geöffnet werden und geht damit als erstes Land bundesweit voran. Laut Plan soll eine Orientierungsphase von ein bis zwei Semestern etwa in den MINT-Fächern möglich sein, bevor Studierende ihre Schwerpunkte wählen – etwa Elektrotechnik oder Oecotrophologie. Ebenfalls bundesweit pioniergleich bereitet das Land Hessen den Weg auch für Orientierungsstudiengänge in Geistes- und Sozialwissenschaften. „Damit geben wir Studierenden die Möglichkeit, ihre Stärken zu entdecken und sich zu orientieren, um die richtige Wahl zu treffen. Denn eben nicht alle starten unter gleichen Voraussetzungen“, begründet Wissenschaftsministerin Angela Dorn ihre Motivation für den nicht ganz einfachen Weg für diese BaföG-fähigen Studiengänge, da der Nachweis der Ausrichtung am berufsqualifizierenden Abschluss erbracht werden müsse.

„Wir brauchen ein klares Bekenntnis vom Bund zu diesen Orientierungsstudiengängen und klare Rahmenbedingungen. Einige Hochschulen haben ihre Konzepte in den Schubladen. Wir wollen den Hochschulen mehr Wahlfreiheit für die Gestaltung für Orientierungsstudiengänge geben, die auf ihre Hochschule und den Bedürfnissen der Studierenden zugeschnitten sind.“ Hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn

Ortsabhängiger Wohnkostenzuschlag angesichts unterschiedlicher Mietbelastungen

Darüberhinaus wird die in der BAföG-Novelle der Bundesregierung anvisierte Erhöhung der Wohnkostenpauschale von 250 auf 325 Euro vom Land Hessen durchaus begrüßt. Jedoch macht sich Hessen angesichts der unterschiedliochen Mietbelastungen an den versschiedenen Hochschulstandorten für einen ortsabhängigen Wohnkostenzuschlag stark. Denn Studierende müssen zum Beispiel im Rhein-Main-Gebiet und Darmstadt besonders hohe Mieten zahlen.

Ausweitung der Anspruchsberechtigten im Antrag gefordert

Weiteren Verbesserungsbedarf im Entwurf der Bundesregierung siehtr das Land Hessen bei der Berücksichtigung verschiedener Lebensentwürfe und -situationen. So sieht der hessische Antrag sowohl die Öffnung für Teilzeitmodelle, um die Vereinbarkeit von Familie und Studium zu verbessern, als auch die Berücksichtigung der Pflege naher Angehöriger bei der Förderungshöchstdauer vor. Außerdem bedarf es noch einer Regelung, die Personen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung die Fortsetzung ihres Studiums ermöglicht, auch wenn sie ansonsten nach 15 Monaten nicht mehr unter die Regelungen des Asylbewerberleistungsgesetzes fallen.
„Ich freue mich deshalb sehr, dass unser hessischer Antrag insbesondere zum Orientierungsstudium eine breite Mehrheit im Kreis der Länder gefunden hat. Jetzt ist es an Bundesregierung und Bundestag diese Verbesserungen aufzugreifen und umzusetzen“, so Ministerin Dorn.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.