Studierende in finanziellen Nöten: Überbrückungshilfen vom BMBF

Studienkredit, Hochschule Fulda
Studierenden-Portemonnaies so leer wie die derzeitigen Hörsäle der Hochschulen? – Dann ist schnelle Hilfe gefragt. Foto: @kfw.de

Nachdem der vom Land Hessen bereitgestellte Nothilfefonds bereits am Tag der möglichen Antragstellungen ausgeschöpft war (wir berichteten), kommt nun für Studierende in pandemiebedingten Notlagen eine Überbrückungshilfe vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ist sich der finanziell herausfordernden Situation der Mehrheit der Studierenden durchaus bewusst, die im Rahmen ihres Studiums Nebenjobs nachgehen, welche sie infolge der aktuellen Corona-Krise verloren haben:

„Etwa zwei Drittel aller Studierenden arbeiten neben dem Studium, bei den ausländischen Studierenden sind es sogar drei Viertel“, führt Karliczek in einer Erklärung aus. „Für viele dieser Studierenden, die Einkommensverluste ausgleichen müssen, kommt nun eine BAföG-Förderung in Betracht.“ Betroffen seien aktuell aber auch Studierende, die weder BAföG noch andere Förderungen über etwa Stipendien erhielten. „Mir ist wichtig,“ so die Bundesministerin weiter, „dass diese betroffenen Studierenden nun rasch eine Überbrückungshilfe erhalten können. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Corona-Pandemie Studierende in den Abbruch oder die Aufgabe ihres Studiums treibt.“

Anja Karliczek, Hochschule Fulda
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek setzt sich für Studierende in finanziellen Notlagen ein. Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel

Nach eingehenden Diskussionen zwischen Bundesregierung und Koalition nun ein Konzept vorgestellt. Dies beinhaltet u.a. die Möglichkeit, ein in der Startphase Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu beantragen, welches bis zum 31. März 2021 zinslos gestellt wird. „Für die aktuell besonders betroffene Gruppe der ausländischen Studierenden werden wir von Juli 2020 bis März 2021 den Studienkredit öffnen“, ergänzt Karliczek.

Antrag auf zinsloses Darlehen ab 8. Mai

Das bedeutet konkret: Ab Anfang Mai können betroffene Studierende ein zinsloses Darlehen (von bis zu 650 Euro/Monat) unbürokratisch und online bei der KfW beantragen. Insgesamt wird damit ein Darlehensvolumen von bis zu einer Milliarde Euro aktiviert..

Darüber hinaus stellt das Bundesministerium dem Deutschen Studentenwerk 100 Millionen Euro für die Nothilfefonds der Studierendenwerke vor Ort zur Verfügung, die Studierenden in nachweislich besonders akuter Notlagen helfen sollen, d.h. die ganz unmittelbar Hilfe benötigen und keine andere Unterstützung in Anspruch nehmen können. 

Beim BAföG und bei Stipendien der Begabtenförderungswerke sind bereits zahlreiche erleichternde Maßnahmen in die Wege geleitet worden, sowohl für bisherige BAföG-Empfänger als auch für Studierende mit Erst-Anträgen. Allen übrigen Studierenden stehen die neuen Hilfen offen.

KfW-Studienkredit: Hintergrund und Voraussetzungen

Der Studienkredit der KfW ist ein bewährtes Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Seit 2006 bietet es Studierenden die Möglichkeit, monatlich bis zu 650 Euro aufzunehmen. Grundsätzlich anspruchsberechtigt sind Studierende aller staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland im Alter von 18 bis 44 Jahren, die eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • deutsche Staatsbürger mit inländischer Meldeadresse,
  • Familienangehörige eines deutschen Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • EU-Staatsbürger, die sich rechtmäßig seit mindestens drei Jahren ständig in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • Familienangehörige eines solchen EU-Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • Bildungsinländer und in Deutschland gemeldet.

Für die Überbrückungshilfe wird die Empfängergruppe des klassischen KfW-Studienkredits befristet erweitert. So können auch ausländische Studierende – also Angehörige von Drittstaaten und EU-Bürger, die sich erst kurz in Deutschland aufhalten – das in der Startphase zinslose Darlehen in Anspruch nehmen.

Beantragt werden kann die Überbrückungshilfe in Form des in der Startphase zinslosen Darlehens ab dem 8. Mai 2020 bei der KfW. Ausländische Studierende können ab dem 1. Juni 2020 einen Antrag stellen. Es gilt das bewährte Antragsverfahren (nähere Informationen: www.kfw.de/studienkredit-coronahilfe). Grundsätzlich gelten die allgemeinen Bedingungen des KfW-Studienkredits mit einer maximal monatlichen Auszahlung von 650 Euro. Der reduzierte Zins gilt bis 31. März 2021.

Es gelten die üblichen Rückzahlungsmodalitäten der KfW-Studienkredite. Die Karenzphase, 6 bis 23 Monate im Anschluss an die Auszahlungsphase, ist dabei eine tilgungsfreie Zeit.

Die Mittel für die Nothilfefonds der Studierendenwerke werden von diesen nach den üblichen strengen Regelungen der Fonds als nichtrückzahlbare Unterstützung an Studierende in besonders akuten Notlagen vergeben.

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