Duales Studium – Verzahnung von Theorie und Praxis

Voller Einsatz an Unternehmen und Hochschule

Der Aufwärtstrend dualer Studiengänge hält auch an der Hochschule Fulda an. „Seit Einführung des Dualen Studiums an unserer Hochschule 2011 ist die Studierendenzahl von Jahr zu Jahr kontinuierlich gestiegen“, bestätigt Ilona Jehn, u.a. Ansprechpartnerin für Duales Studium an der Hochschule Fulda, und berichtet von derzeit 600 eingeschriebenen Studierenden an den mittlerweile acht dualen Studiengängen.

Ilona Jehn von der Hochschule Fulda
Ist ein duales Studium das Richtige für mich? – Bei diesen und vielen anderen Fragen kann Ilona Jehn weiterhelfen. Sie ist u.a. Ansprechpartnerin für Duales Studium an der Hochschule Fulda und informiert über Grundkonzept, Idee sowie Aufbau dualer Studiengänge im Allgemeinen und gibt Tipps und Beispiele aus der Praxis der derzeit acht dualen Studiengänge (an der Hochschule Fulda) im Besonderen. Fotos: Wahl

Deutschlandweit liegt Fulda damit voll im Trend. Zum Wintersemester 2017/18 verzeichnete „AusbildungPlus“ erstmals über 100.000 dual Studierende an rund 1600 Studiengängen mit ca. 48.000 Kooperationsunternehmen. Damit haben sich in einem Zeitraum von knapp 14 Jahren die Zahlen jeweils verdoppelt oder sogar verdreifacht.

Trio mit Mehrwert: Student*in – Hochschule – Unternehmen

Die Attraktivität bzw. der Mehrwert dualer Studiengänge liegt offensichtlich an der zeitlichen, inhaltlichen und organisatorischen Verzahnung von Theorie und Praxis, denn hier wird das Studium an der Hochschule mit ausgedehnten Ausbildungs-Phasen an einem Unternehmen kombiniert. Für Schulabgänger*innen kommen v.a. ausbildungsintegrierte und praxisintegrierte duale Studienprogramme in Frage:

  • Ausbildungsintegrierte Studiengänge sehen neben dem Studium eine komplette Berufsausbildung vor, so dass erfolgreiche Absolvent*innen am Ende zwei Abschlüsse in der Tasche haben: den Bachelor von der Hochschule und den Ausbildungsabschluss vom Unternehmen.
  • In praxisintegrierten Studiengängen hingegen wechseln sich Studienphasen an der Hochschule mit intensiven Praxisphasen im Unternehmen ab. Es gibt zwar „nur“ einen Abschluss (Bachelor), aber die Absolvent*innen können mit ihren Praxiserfahrungen im Gepäck nach dem Studium direkt in das Berufsleben starten.

Goldener Mittelweg zwischen Berufseinstieg und Studium

Der Mittelweg zwischen Berufseinstieg und Studium scheint hier tatsächlich golden zu sein, zielt er doch darauf ab, dass Absolvent*innen dualer Studiengänge sowohl in der Theorie fit sind, als auch bereits während des Studiums im Unternehmen ihr theoretisches Wissen zum Teil umsetzen und die dortige Praxis kennenlernen können. Darüber hinaus profitieren kooperierende Unternehmen von der Möglichkeit, qualifizierte Arbeitskräfte früh an ihre Firma zu binden.

Daraus ergeben sich weitere Vorteile für dual Studierende:

  • Sie sammeln wertvolle, praktische Einblicke während des Studiums und können ihr Wissen aus Theorie und Praxis im optimalen Fall wechselseitig anwenden,
  • erhalten in einigen Studiengängen eine monatliche Vergütung und
  • haben keinen Praxisschock nach dem Studium sowie gute Karrierechancen.
Prof. Dr. Manfred Hentz, Duale Hochschule Baden-Württemberg
Professor Dr. Manfred Hentz von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg stellt im Rahmen der jährlichen Vortragsreihe „Wege ins Studium“ an der Hochschule Fulda den dualen Studiengang BWL-Industrial Management vor. Foto: Wahl

Aussichtsreiche Studienform für leistungsbereite Praktiker

Wer mit einem dualen Studium liebäugelt, sollte grundsätzlich Einsatzwillen und überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft mitbringen, denn ein duales Studium gestaltet sich angesichts der engen Taktung zwischen Theorie und Praxis als äußerst arbeitsintensiv. Während in manch anderen Studiengängen die vorlesungsfreien Zeiten tatsächlich Feriencharakter haben, stehen dual Studierenden lediglich die betrieblichen Urlaubstage zu. Manche Betriebe stellen ihre studierenden Auszubildenden für Lernphasen vor den Klausuren frei, aber das gilt nicht als Standard.

Darüber hinaus ist ein Fachwechsel oder Studienabbruch in dualen Studiengängen mit weitreichenderen Konsequenzen verbunden als in anderen Studienformen. Denn das Unternehmen, unter dem die Studierenden während des Studiums unter Vertrag stehen, könnte Rückzahlungen der bis dahin geleisteten Studiengebühren verlangen bzw. die Fortsetzung der Ausbildung bis zum Abschluss erzwingen.

Weichen für Form und Inhalt früh gestellt

Bei der Entscheidung für ein duales Studium sollte man sich seiner Sache also ziemlich sicher sein. Denn der hohe Praxisanteil bedeutet zum einen, dass Theorie und Wissenschaftlichkeit im Vergleich zu anderen Studienformen zurückstehen. Wer promovieren will und/oder eine wissenschaftliche Laufbahn in Forschung und Lehre anstrebt, für den bieten duale Bachelor-Studiengänge nicht die erforderlichen Voraussetzungen.

Außerdem legt man sich nicht nur auf eine bestimmte Studienform und ein bestimmtes Studienfach an der Hochschule fest, sondern spezialisiert sich zumeist auf einen bestimmten Arbeitsbereich im Unternehmen. Das ist schließlich aus Sicht des Ausbildungsunternehmens Sinn der Sache, bildet es doch die Betreffenden für seinen Bedarf und Anspruch entsprechend aus und „zieht sich“ somit eine*n hochattraktive*n zukünftige*n Mitarbeiter*in. Wer bei seiner Studienwahl richtig lag, der landet mit diesen Perspektiven also auch beruflich einen Volltreffer.

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