Fragen an die ZSB-ler: Erfahrungen mit Messe- und Infotagen aus Expert*innensicht

 

Messe- und Infotage, Hochschule Fulda
Probeaufbau vor Messe- und Infotagen: typischer Messestand der Hochschule Fulda. Foto: Uli Mayer

Wie man u.a. aus hiesigen Blog-Beiträgen entnehmen kann, veranstaltet die Zentrale Studienberatung nicht nur zahlreiche Infoveranstaltungen an der Hochschule Fulda. Regelmäßig fahren Mitarbeiter*innen aus der ZSB und aus den Fachbereichen zu Messe- und Infotagen, um hessenweit (und weiter) Studieninteressierte über Studium, die Hochschule Fulda und ihr Studienangebot zu informieren.

Einer davon ist Tim Feldermann, seit 2012 Studienberater in der Zentralen Studienberatung an der Hochschule Fulda. So kann man den studierten Betriebswirt und Politikwissenschaflter (M.A.) zu den alten, … nun ja, besser ausgedrückt: erfahrenen Hasen unter den Berater*innen in Studienangelegenheiten zählen. Auch die Anzahl der von ihm betreuten Info- und Messetage ist mittlerweile im dreistelligen Bereich anzusiedeln.

Tim Feldermann, Hohcschule Fulda
Ob am Arbeitsplatz oder unterwegs: Studienberater Tim Feldermann im Einsatz für alle Fragen rund ums Studium. Foto: Wahl

Hier das Interview mit unserem Experten Tim Feldermann:

Was hast Du dabei, wenn Du als Berater zu Messe- und Infotagen gehst?

Tim: Alles Notwendige für den Messestand, außerdem Flyer und Give Aways.

Deine wichtigsten (persönlichen) Utensilien? Was darf für Dich persönlich an solchen Tagen auf keinen Fall fehlen?

Tim: Mein Smartphone. Falls etwa kein WLAN fü unser iPad zur Verfügung steht, ist das Smartphone wichtig, um schnell mal  ins Internet zu kommen – z.B. um bestimmte Fragen nachgehen oder etwas zeigen zu können… Tja, außerdem nehme ich mir immer vor, Hustenbonbons mitzunehmen, vergesse sie aber meistens.

Wer kommt normalerweise zum Messe-/ Info-Stand?

Tim: Die, die auch hier in unsere Beratung kommen: Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen. Das hängt von der Messe ab.

Hat sich die Klientel im Laufe der Jahre verändert? (auch das Verhalten)?

Tim: Ich hab das Gefühl, dass mehr Eltern mit dabei sind, egal, wo die Messe stattfindet. Durch die Unübersichlichkeit der Studienangebote, ist die elterliche Unterstützung eventuell verstärkt erwünscht, oder auch das Bedürfnis der Eltern ausgeprägter, begleiten und unterstützen zu wollen. Manche Eltern fungieren nur als Fahrer – gerade im ländlichen Raum – und halten sich zurück, andere stehen mit am Stand und haben vor allem organisatorische Fragen zum Studium . Die einen wirken beruhigend und sehr pointiert, die anderen bringen selbst eine gehörige Portion Aufregung mit und möchten am Liebsten alles 100-prozentig bis zum Berufseintritt geklärt haben. Das ist ganz unterschiedlich.

Bei vielen Studieninteressierten bemerke ich ein gesteigertes Sicherheitsgefühl, das auch Studien entspricht, wonach sich ein Drittel der Abiturient*innen einen Arbeitgeber im öffentlichen Dienst wünschen. Darin schwingen oft Abstiegsängste mit, oft anzutreffen bei Leuten, die etwa ein Studium im geisteswissenschaftlichen Bereich anvisieren. Hier stellen entsprechende Studiengänge ja noch keine konkrete Berufsausbildung dar, geschweige denn eine Berufseinstiegsgarantie. Dann wieder sind gerade Interessent*innen mit geistes- oder kulturwissenschaftlicher Ausrichtung besonders entspannt, wenn es um Zukunftspläne geht. Auch hier gibt es große Unterschiede. Dies betrifft ebenso die Proritätensetzung der Studien- und Berufswahl hinsichtlich Verinbarkeit von Familie und / oder Freizeit oder doch lieber ein höheres Gehalt.

Was sind die häufigsten Fragen der Besucher*innen?

Tim: „Was kann man bei Ihnen studieren?“ und „Was mach ich damit nach dem Studium?“ oder eben sehr gezielte Fragen zu konkreten Studiengängen von denen, die bereits relativ klare Wünsche und Vorstellungen haben.

Welche Fragen würdest Du Dir von den Besucher*innen wünschen?

Flyer, ZSB, Hochschule Fulda
An Info-und Messtagen sind die aktuellen Flyer aus der Zentralen Studienberatung stets im Gepäck, aber gerade da bei weitem nicht alleinige Informationsquellen. Foto: Wahl

Tim: Meine ausdrückliche Empfehlung für alle Besucher*innen von Info- und Messetagen ist, sich vorab näher mit der Thematik auseinander zu setzen, sich allumfassend zu informieren und gezielte Fragen zu sammeln. Allgemeine Informationen zum Studium, zu Studiengängen und zu Hochschulen gibt es zuhauf im Internet oder in Form von Flyern und Infobroschüren. Wer im Vorfeld sich mit seinen tatsächlichen Interessen und Neigungen auseinandergesetzt hat, der findet auch mögliche Studiengänge, die zur Verwirklichung dieser Vorstellung in Frage kommen könnten. Und wen dann bestimmte Studiengänge interessieren und herausfindet, welche Hochschulen diese anbieten, dem bieten Messe- und Infotage eine gute Chance, dann vergleichend ins Detail zu gehen und gezielt die Berater*innen am Stand zu befragen bzw. mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Wie unterscheiden sich die Studiengänge an den verschiedenen Hochschulen? Bilden die dort ausgewiesenen, jeweiligen Schwerpunkte immer noch mein Interessensgebiet ab? Welche Voraussetzungen muss ich jeweils mitbringen? Mit dieser Herangehensweise nimmt man aus solchen Tagen auch einiges an Erkenntnissen mit und ist einen bedeutenden Schritt weiter mit der persönlichen Planung.

Einfach mal auf eine Messe gehen und sich inspirieren lassen, funktioniert eher nicht. Im Gespräch merke ich sofort, ob jemand vorbereitet ist – zum Beispiel durch die Schulen – oder eben nicht.

Worin siehst Du im Rahmen der Info- und Messetage Deine wichtigste Aufgabe?

Tim: Informieren, beraten und Tipps geben, wo man sich noch informieren kann. Ich freue mich, wenn ich bei meinen Gesprächspartner*innen einen für sie persönlichen Mehrwert erreicht habe, mitunter gekoppelt mit dem „Aha-Effekt“, was für ein interessanter Studienort die Hochschule Fulda ist mit ihren teils deutschlandweit einmaligen Studiengängen. Ich möchte bei den Studieninteressierten das Bewusstsein schärfen, dass die Studienwahl ein umfangreicher, herausfordernder Prozess ist, aber nicht unlösbar. Denn viele sind ja schon allein von dem Studienangebot einer relativ kleinen Hochschule wie der Hochschule Fulda erschlagen. Sie in dieser „Schock-Starre“ nicht allein zu lassen, sondern Handlungsstrategien an die Hand zu geben, die Mut machen und zum „Dran-Bleiben“ motivieren, ist für mich als Berater eine wichtige Aufgabe.

Wie sieht für Dich ein optimaler Info- und Messetag aus?

Tim: Wenn viel los ist mit ständigen Besucher*innen und vielen, interessanten Gesprächen. Wenn ich das Gefühl habe, viele Interessierte erreicht und ihnen weiter geholfen zu haben, auch individuelle Fragen beantworten konnte … Dann war das für mich ein sinnvoller Tag.

Wie sieht für Dich ein suboptimaler Info- und Messetag aus?

Tim: Wenn nichts los ist und/oder ausschließlich immer die gleichen Standardfragen kommen – wobei die natürlich auch ihre Berechtigung haben. Aber jemand Vorbereitetes mit gezielten Fragen bietet dann eine willkommene Abwechslung.

Deine Top-3-Tipps für Besucher*innen der Info- und Messetage?

Tim: Wie oben schon erläutert: Vor Info- und Messetagen sich mit den eigenen Interessen auseinandersetzen und den entsprechenden Studienangeboten sowie den grundsätzlich in Frage kommenden Hochschulen. Wer sich nach diesen Recherchen gezielte Fragen überlegt, die er/sie an den Infoständen beantwortet haben will, hat dann auch etwas davon.

Vielen Dank für das Gespräch, Tim.

Tim und/oder Kolleg*innen waren in letzter Zeit auf folgenden Messen und Infotagen anzutreffen (Auszug) …:

…. Und werden in nächster Zeit auf folgenden Messen und Infotagen gerne informierend und beratend zur Verfügung stehen (Auszug):

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